Die Angst mit Fakten und Zuversicht bekämpfen

Mitte März 2020 – Eine Situation, die so vermutlich niemand vorhergesehen hat (Außer Bill Gates, der schon vor 4 Jahren festgestellt hat, dass globale Pandemien das größte Risiko für die weltweite Bevölkerung darstellen).

  • Restaurants und Bars sind geschlossen
  • Öffentliche Einrichtungen sind geschlossen
  • Schulen und Kindergärten ebenfalls
  • Ein großer Teil der Bevölkerung muss zu Hause bleiben
  • Eine weltweite Rezession scheint unausweichlich
  • Viele Betriebe kämpfen um ihre Existenz
  • Die weltweiten Börsen befinden sich im freien Fall
  • etc.

Eine Situation, wie man Sie sonst vor allem aus Kriegssituationen und Geschichten der Eltern und Großeltern kennt.

Eine Situation, bei der Ängste und Sorgen allgegenwärtig und auch angebracht sind.

Aber auch eine Situation, bei der ich durchaus positive Dinge feststelle. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen wieder näher zusammenrücken – man passt aufeinander auf und unterstützt sich.

Jeder Mensch findet aktuell seinen Fokus. Meine Kompetenz konzentriert sich auf die private Vermögensplanung der Menschen. Und natürlich entstehen auch auf dieser Ebene viele Ängste und Sorgen.

Die Börsianer hassen Unsicherheit. Das sieht man im aktuellen Umfeld deutlicher denn je.

Auch wenn wir keine vergleichbare Pandemie in den letzten 100 Jahren hatten, so können wir trotzdem einige Fakten aus den vergangenen Krisen nutzen, um nicht die Zuversicht zu verlieren und weiter besonnen zu handeln.

Die Kapitalmarktdaten der letzten knapp 100 Jahre umfassen Krisen, wie z.B. den zweiten Weltkrieg, bei denen ebenfalls die Kenntnisse über den Ausgang fehlten und bieten somit wertvolle Informationen darüber, welches Verhalten sinnvoll gewesen ist.

Die für mich wichtigste Erkenntnis ist die, dass es am sinnvollsten erscheint, besonnen investiert zu bleiben – kurzfristige Ereignisse in den langfristigen Kontext einzuordnen und über den Tellerrand zu blicken. Einfacher fällt das zugegebenermaßen, wenn im Vorfeld die Hausaufgaben gemacht wurden.

Folgende Erkenntnisse sollen Sie dabei unterstützen, dieser Sichtweise zu folgen.

Die erste Grafik zeigt Ihnen ganz deutlich, dass das größte Risiko nicht davon ausgeht am Kapitalmarkt investiert zu sein, sondern vielmehr nicht investiert zu sein.

Wenn Sie ein robustes Portfolio besitzen und über ausreichend Liquidität für Ihren Lebensunterhalt verfügen, bleiben Sie investiert.

Dramatische Marktbewegungen, wie wir sie in den letzten Tagen gesehen haben sind selten. Aber es gibt sie immer wieder. Vergleichen Sie z.B. die Situation in den Jahren 1987 und 2009. Dort haben ebenfalls Korrekturen um die 30% stattgefunden – trotzdem schlossen die Jahre mit einem Plus. Zumindest für diejenigen, die investiert waren und an den enormen Gegenbewegungen partizipieren konnten.

Die folgende Abbildung zeigt die Renditen pro Kalenderjahr für den S&P 500 Index seit 1926. In diesem Zeitraum lag die durchschnittliche jährliche Rendite des S&P 500 bei 10%. Der grau markierte Bereich kennzeichnet den historischen Mittelwert von 10%, plus oder minus 2 Prozentpunkte. Der S&P 500 erzielte nur in sechs der vergangenen 91 Kalenderjahre eine Rendite innerhalb dieses Bereichs. In den meisten Jahren lag die Rendite des Index außerhalb der Reichweite, häufig sogar weit darüber oder darunter, ohne dass sich ein eindeutiges Muster erkennen ließ. Diese Daten verdeutlichen es Anlegern, wie wichtig es ist, über die durchschnittlichen Renditen hinauszublicken und sich bewusst zu machen, welches Ausmaß die Ergebnisse haben können.

 

 

Die folgenden Illustrationen zeigen Ihnen, dass positive Marktphasen wesentlich häufiger vorkommen und zudem wesentlich länger bestand haben.

 

 

Im letzten Schaubild sehen Sie, wie sich ein ausgewogenes Portfolio mit einem 60%igen Aktienanteil nach vergangenen Krisen entwickelt hat.

 

Ich wünsche mir, dass diese Erkenntnisse Ihnen ein wenig Zuversicht geben und Sie dazu ermutigen, besonnen investiert zu bleiben.

Die wichtigsten Voraussetzungen, um mit solchen Krisen umzugehen, sind eine Strategie, auf die man sich verlassen kann und ein Portfolio, welches alle Krisen übersteht.

Die Ereignisse der Vergangenheit lassen sich im Detail nicht mit der aktuellen Krise vergleichen. Kein Mensch weiß, wann wir sie ausgestanden haben werden. Aber der Zeitpunkt wird kommen – vielleicht früher als wir im Moment befürchten.

Blicken Sie zuversichtlich in die Zukunft. Wir Menschen haben in der Vergangenheit eine unglaubliche Problemlösungskompetenz bewiesen. Daran glaube ich auch dieses Mal. Wir werden die Pandemie wirksam eindämmen. Die Weltwirtschaft wird sich erholen. Wir werden gestärkt aus dieser Situation hervorgehen.

Und bis dahin – machen Sie das beste aus der Situation und bleiben Sie vor allen Dingen gesund.

 

Quelle der Charts: Dimensional Fund Advisors