Erfahrungsberichte aus der Praxis – Teil 1

Ich versuche in meinem Blog immer wieder darzustellen, wie erfolgreiches Investieren funktioniert. 

Das hat viel mit Theorie und Wissenschaft zu tun.

Heute möchte ich Euch mal an einem Praxisbeispiel zeigen, wie es aussieht, wenn dieses Wissen konkret umgesetzt wird.

 

Anfang dieses Jahres bekam ich eine E-Mail eines Interessenten (mittlerweile ist er Kunde), der Aufgrund einer Empfehlung meine Kontaktdaten erhalten hatte. Nennen wir ihn Herrn Meier.

Herr Meier bat in seiner E-Mail um einen persönlichen Termin. Er wollte eine zweite Meinung zu seinem Depot haben, da er mit der Entwicklung seiner Investitionen nicht wirklich zufrieden war und ihn das Gefühl beschlich nicht optimal aufgestellt zu sein.

Zum vereinbarten Termin, ein Kaffee in gemütlicher Atmosphäre zum Kennenlernen, brachte er seine Depotunterlagen mit.

Im Vorfeld hatte ich Herrn Meier gebeten, ca. 2,5 Stunden Zeit einzuplanen, was für ihn, wie er behauptete, etwas ungewöhnlich klang. Schließlich berechne ich für das Kennenlerngespräch kein Honorar.

 

Warum plane ich soviel Zeit für ein erstes Kennenlernen ein? Ich nutze das erste Gespräch ganz bewusst dazu, viel über mein gegenüber zu erfahren. Nur so kann ich mir ein Bild davon machen, was meinen Gesprächspartner wirklich bewegt. Was seine Ziele sind, seine Ängste, seine Sorgen und seine zentralen Werte. Und nicht zuletzt, ob ich ihm überhaupt weiterhelfen kann und ob wir zueinander passen.

In diesem Gespräch frage ich viel (über 60 Fragen) und höre noch mehr zu.

Als Ergebnis des Gesprächs stellte sich heraus, dass ich Herrn Meier sehr wohl helfen könnte. Zudem hatten wir eine gemeinsame Wertebasis, was mir sehr wichtig ist, und verstanden uns auf Anhieb gut.

Herr Meier übergab mir also seine Depotunterlagen und wir vereinbarten einen Folgetermin für die darauffolgende Woche.

 

Folglich machte ich mich an die Sichtung und Analyse seiner Depotunterlagen. Folgendermaßen war Herr Meier investiert:

 

 

Um ein Bild von seinen Investitionen zu bekommen schaute ich mir folgende Parameter an:

In welche Anlageklassen wurde investiert

Gewichtung der Anlageklassen

Regionale Gewichtung

Rendite des Portfolios

Risiko des Portfolios

Risikoprofil des Kunden

Kosten

Vergleich mit einer korrekten Benchmark

Das Depot ist typisch für ein durchschnittliches Depot eines Anlegers, wie ich es häufig zu Gesicht bekomme. Es besteht aus mehreren, aktiv gemanagten Fonds, welche sich allesamt in den Vertriebslisten deutscher Finanzmarktteilnehmer in den oberen Gefilden befinden.

Der Einfachheit halber möchte ich an dieser Stelle nur auf die wichtigsten Ergebnisse meiner Analyse eingehen.

 

Die durchschnittliche Rendite seines Portfolios in den letzten 5 Jahren, seit Investition, betrug 3,48%bei einer Standardabweichung (Risikomaß) von 4,17%.

Die Stichtagsbetrachtung ergab folgendes Ergebnis bezüglich der Kosten:

 

 

Bei den angegebenen Kosten handelt es sich um die TER, also die laufenden Kosten, welche in den Prospekten der Fonds angegeben werden müssen. Obwohl diese, ausgeschrieben Total Expense Ratio, mit Gesamtkostenquote beschrieben wird, deckt diese leider nicht alle angefallenen Kosten ab. Transaktionskosten, welche im Schnitt durchaus 0,5 – 1,5% betragen können bleiben außen vor, da diese nicht im Vorfeld benannt werden können.

Bei Herrn Meier beliefen sich die Kosten also auf 1,94% auf sein investiertes Vermögen. In ganzen Zahlen waren dies über 40.000,-€.

Was bei dieser Betrachtung noch nicht berücksichtigt wurde, dass Herr Meier zu Beginn seiner Investition auch noch einen Ausgabeaufschlag bezahlt hatte.

Da es wenig Sinn macht, sich die Kosten isoliert anzusehen, schaute ich mir an, welchen Ertrag ein Portfolio gebracht hätte, welches ein vergleichbares Risiko und eine vergleichbare Aufteilung der Anlageklassen aufweist. Wichtig war mir an dieser Stelle, auf Fonds/ETF´s zurückzugreifen, welche nicht aktiv gemanagt werden, sondern lediglich breit in den Markt investieren.

Das Ergebnis war eindeutig. Die Rendite lag bei 5,01%bei einer Standardabweichung von 4,50%. Die jährlichen Kosten dieses Portfolios lagen bei 0,38%,was relativ schnell deutlich machte, woher der Unterschied bei der Rendite kam.

Zu den Kosten die im Depot verursacht wurden, kam noch eine Servicegebühr für die laufende Betreuung, in diesem Fall durch ein privates Bankhaus, in Höhe von 1,25%.

Ich veranschlage für diese Leistung, je nach Höhe des Anlagevolumens, in diesem Fall 0,8%.

Vergleicht man also lediglich die Kosten, ergab sich folgendes Bild.

 

 

Im Zusammenspiel mit der besseren Performance also ein erheblicher Unterschied.

Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Der mir ebenfalls vorliegende Report der depotführenden Bank wies eine durchschnittliche jährliche Rendite seit Beginn der Investition in Höhe von 1,85%auf. Wie konnte das nun wieder sein? Meine Analyse hatte doch eine durchschnittliche Rendite von 3,48%ergeben.

Auch dieser Unterschied war schnell geklärt. Die Bank hatte in den vergangenen Jahren regen Handel im Depot betrieben. Um die Servicegebühr zu rechtfertigen, sah man sich offenbar verleitet, dem Kunden regelmäßig glaubhaft zu machen, es würde Sinn machen den richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkt einer Investition vorhersagen zu können und gewisse Titel über- oder unter zu gewichten oder auszutauschen. Ein übliches Vorgehen.

Das Ergebnis zeigt den „Erfolg“.

Wie Sie sich vorstellen können war Herr Meier recht erstaunt über die Ergebnisse meiner Analyse.

Seit einem halben Jahr arbeiten wir erfolgreich zusammen. Herr Meier verfolgt nun eine klare und verständliche Anlagephilosophie, welche er voll und ganz durchdrungen hat.

Seine Mehrwerte sieht er laut eigener Aussage darin, dass er ein neues Maß an Transparenz und Verständnis für seine Anlagen gewonnen hat, was für ihn konkret bedeutet, dass er weniger Stress und Sorgen verspürt.

 

Zu der von mir verfolgten Philosophie habe ich auf meiner Website und meinem Blog schon ausreichend geschrieben.

 

Dieses Beispiel ist typisch für die Erfahrungen, die ich jeden Tag mit Anlegern mache.

Meinen Kunden diese Mehrwerte bieten zu können erfüllt mich mit einem Gefühl von tiefer Zufriedenheit.